„Auf einen leeren Platz traut sich kein Mensch.“

Der Verein „Museumslöwen“ unterstützt durch öffentlichkeitswirksame Veranstaltungen das Naturkundemuseum in Gotha. Mit ihren Sommeraktionen oder der Stadtwette wollen sie den Bekanntheitsgrad des Museums erweitern und neue Mitglieder gewinnen. Für den Call for Members 2012 haben sie uns im Interview verraten, wie es ihnen gelingt, eine ganze Stadt in Bewegung zu versetzen. Das ausführliche Interview finden Sie im Experten-Dossier von 2012.

Sie organisieren seit sechs Jahren eine innerstädtische Lobby für das Museum der Natur in Gotha. Um neue Mitglieder zu gewinnen, wollten Sie etwas Besonderes auf die Beine stellen, das alle anspricht. Sie kamen dann auf die „Sommeraktion“. Was ist das denn?

Karguth: Unsere Sommeraktionen sind eine Kreuzung zwischen einem Sommerfest, einer Museumsführung und einem Spiel. Sie finden zu jeder unserer Sonderausstellungen statt, beginnen am Nachmittag und dauern bis in die Nacht hinein. Dazu gibt es eine Aktion, die das Thema der jeweiligen aktuellen Ausstellung in eine große Bewegung übersetzt. Das ganze findet meist vor dem Museum statt, das an diesem Tag die ganze Nacht lang geöffnet hat. Die Aktion führt die Leute direkt ins Museum.

Können Sie ein Beispiel geben?

Karguth: Eine Sommeraktion etwa hieß »Parkkarton« im Jahr 2007. Thema war eine Ausstellung über Englische Gärten. Wir riefen dazu einen Wettbewerb aus: Wer baut im Park vor dem Museum die beste Skulptur? Einzig erlaubte Materialien: Klebeband, Farbe und einfache Kartons. Es sollten beliebig viele Teams gegeneinander antreten und bauen. Es wurde toll. Die Teams rückten mit Autos und LKWs an und luden tonnenweise Pappkartons ab, alle bauten tolle Skulpturen, dazu Musik, tolles Wetter, tolle Stimmung.

Was haben Sie beim Organisieren solcher Aktionen gelernt?

Karguth: Ein simpler aber wichtiger Erkenntnisgewinn war: Will man eine Aktion auf die Beine bringen, bei der Leute mitmachen, muss es etwas zu sehen geben. Auf einen leeren Platz traut sich kein Mensch. Es müssen schon mindestens fünf Teams zugange sein, wenn die Aktion beginnt. Wir hatten acht Teams aus unserem Bekanntenkreis mobilisiert. Zehn weitere kamen dazu. Damit war genug los, dass ein kleiner Ausnahmezustand in unserem Museumspark entstanden war. Was bewirkte, dass sich noch etwa 300 Schaulustige dazugesellten.

Wie haben Sie im Voraus Werbung für Ihre Aktionen gemacht?

Karguth: Die erste Sommeraktion hatten wir falsch beworben. Wir hatten die Ankündigung einfach in die Zeitung gesetzt. Man muss aber gut mit der Presse zusammenarbeiten, das ist wichtig. Wir beginnen mittlerweile  schon Monate vorher Anlässe zu schaffen, über die Stadtwette zu reden.

(gekürzter Auszug aus dem Call for Members Experten-Dossier von 2012)